Den Sonntag wollten wir nutzen, um die beiden Stadtviertel „La Boca“ und „San Telmo“ kennen zu lernen, da an Sonntagen besonders in diesen beiden Stadtvierteln emsiges Treiben herrscht.
Eines der wichtigsten Wahrzeichen der Stadt ist das Viertel „La Boca“. Zum einen liegt das an der durchgeknallt bunten Bebauung… Geschichtsstunde: die am Hafen liegenden Häuser wurden von italienischen Migranten aus dem Metall alter Schiffswracke zusammengezimmert oder eben geschweißt und mit der übrigen Schiffsfarbe bemalt, die meist nicht für ein ganzes Haus gereicht hat… Außerdem soll in den hiesigen Kneipen der weltbekannte Tango entstanden sein, weßhalb hier an allen Ecken und Enden fleißig auf der Straße getanzt wird. Alles versprüht hier irgendwie einen besonderen Charme. Die Musik, die Tänzer, die Künstler und die bunten Häuschen ziehen einen irgendwie in einen Bann…
Dann gings mit dem Bus weiter nach „San Telmo“, welches vor allem für seine nicht enden wollende Anzahl von Antiquitätengeschäften bekannt ist. Außerdem gibt es an Sonntagen auf dem Quartiersplatz auch noch einen Antiquitätenmarkt… Hier kann man alles von originalen vollen Colaflaschen aus dem Jahre 1908 bis hin zu alten Möbeln ergattern…
Wir 3 wollten aber keine Antiquitäten (konnten wir uns zum Großteil auch nicht leisten) sondern eigentlich nur einen kleinen Snack und bestellten uns bei einem Straßenverkäufer 2 Empanadas (gefüllte Teigtaschen). Allerdings bekamen wir dann nicht die erwarteten, ungefähr der Größe einer ordentlichen Kartoffel ähnelnden, Empanadas, sondern eher solche in der Größe eines Kalbskopfes
… Während wir also versuchten diese 2 Dinger zu vernichten, von denen locker 1 für alle 3 gereicht hätte, brach plötzlich ein Unwetter über uns herein. Dieses hatte aber 2 sehr nette Nebeneffekte. Zum einen trennte Unwetter und Schönwetter ein riesiger mehrschichtiger Regenbogen und zum andern flüchteten wir uns ein wirklich schönes, kleines und anscheinend ortstypisches Café. Und als wir dann ordentlich aufgewärmt waren, hatte sich der Sturm auch schon gelegt…
Am Abend gings dann auch noch in eine Bar, deren Tische nach 12 Uhr strategisch nach und nach abgebaut werden, sodass aus der Bar ein waschechter Club entsteht. Und hier tanzt wirklich jeder liebe Deutschen !!!
Montags ging es dann zum zweiten mal in die eigentliche Innenstadt. Diesmal hatten wir aber Besichtigungsziele festgelegt, die wir tatsächlich alle zu Fuß erkunden wollten. Neben dem Kongress, der erst auf den zweiten Blick zu erkennenden Kathedrale und dem leider von einem Gerüst verhüllten „Teatro Colon“, einem der berühmtesten Opernhäuser der Welt, begutachteten wir mit offenen Mündern vor allem die „Avenida 9 de Julio“. Sie gilt mit ihren 20 Fahrspuren als die breiteste Straße der Welt und ihre enormen Ausmaße werden durch den mitten auf ihr postierten 67m hohen Obelisken nur noch unterstrichen…
Zur Mittagszeit zeigte sich, dass Buenos Aires für Vegetarier doch eher ein schwieriges Pflaster ist… zumindest in der Innenstadt… Aber wer als Vegetarier in Santiago de Compostela überlebt hat, der steht alles durch
…
Als wir dann auch noch durch die „Avennida Corrientes“ marschiert waren, die mit Buch- und Cd- Läden sowie Theatern (tolle Kombination, ne?) vollgestopft ist, zwangen uns unsere Füße dann doch mal endlich nach Hause zu gehen…
Also ab ins Bettchen und auf die nächsten Tage freuen…
P.S.: Das letzte Bild verdeutlicht, dass auch in Buenos AIres nicht alle Architekten eine Baugenehmigung für ihre eigenwilligen Ideen bekommen sollten…
P.S.2: Falls es euch noch nicht aufgefallen ist, haben die letzten Beiträge nutzerfreundlichere Bildergrößen