Buenos Aires, Teil 3

11 10 2008

Teil 3 von “Buenos Aires” bilden die letzten 2 Tage unseres Aufenthaltes, der eigentlich viel zu kurz ausgefallen ist… :(

Am vorletzten Tag wollten wir es, mit der weisen Vorraussicht dass wir Abends noch eine Tango- Show besuchen würden, etwas ruhiger angehen lassen. Wir sind also in ein Stadtviertel gefahren in dem viele Junge Designer zu Hause sind und ihre Sachen an den Mann oder die Frau bringen wollen… leider waren die meisten Dinge für Studenten eher unerschwinglich. Deswegen hakten wir die Aussicht auf Unikate schnell ab und wandten uns anderen interessanten Fleckchen zu… So liegt in diesem Stadtviertel beispielsweise einer der größten und meistbesuchten Friedhöfe des Kontinents. Außerdem ist er für Mitteleuropäer sehr ungewöhnlich, da hier wie im Großteil Südamerikas, die Toten nicht unter die Erde kommen sondern in Gebäuden auf dieser “beerdigt” werden… insofern man dieses Wort dann noch gebrauchen kann… Diese Gebäude, durch deren Fenster man teilweise die Särge sehen kann, erzeugen bereits tags über eine solche Stimmung, dass man beim kleinsten Anzeichen von einsetzender Finsterniss die Flucht ergreift :) … Eine Erklärung für die dennoch auftauchende Menge großer Besucherströme ist nicht in unbedingt in der Vielzahl der Gräber zu sehen, sondern in der Popularität der Beigesetzten. So liegt hier zum Beispiel die wohl bekannteste Argentinierin überhaupt begraben: Evita Peron. Trotz des morbiden Flairs kann man diesem so seltsamen und beängstigendem Friedhof eine gewisse “Schönheit” nicht absprechen, was ihr ja auch den Fotos entnehmen könnt.

Nach diesem Besuch sind wir noch ein bisschen durch die umliegenden Parks bis hin zur großen Bibliothek spaziert, deren Anblick uns vor allem im Vergleich zum Rest der Stadt so geschockt hat (negativ!), dass wir euch ein Foto dieser hier vorenthalten müssen… Das Wort Bausünde wurde nur für dieses Objekt geschaffen!

Zwischen Spazieren und Tango wollten wir uns noch das älteste Kaufhaus der Stadt anschauen und natürlich noch ein bisschen shoppen… das war ja schließlich viel zu kurz gekommen ;) … Also ab in die U- Bahn und siehe da, von der U- Bahn Station führt ein Gang direkt in das Kaufhaus… Unglaublich wie solche Kaufhäuser hier in Argentinien aussehen, eher wie Kirchen, mit der ganzen Deckenbemahlung und dem ganzen Pomp! … Leider müssen diese schönen Gebäude auch finanziert werden, was die vorzufindenden Preise erklären könnte… dennoch hat Willi wieder die ein oder andere billige CD gefunden…

Abends bekamen wir dann unsere Tango- Show, die wir so lange gesucht hatten. Es nicht nähmlich nicht so einfach hier eine solche zu finden, ohne direkt ein Essen für 50 Dollar dazu buchen zu müssen… Aber dank der eifrigen Hostelhilfe haben wir dann eine sensationelle Show im “Senior Tango” genossen, von welcher wir euch leider auch keine Fotos bieten können, da es verboten war solche zu machen… was in anbetracht der Tatsache, dass auch Pferde “mitgetanzt” haben, durchaus verständlich ist… Wenn wir jedoch ehrlich sind, waren sowieso zu fasziniert, um irgendwelche Aufnahmen zu machen… Es hat von der Lifeband über die Gesangseinlagen und Show bis hin zum Tanz alles gestimmt :)

Nachdem wir also ziemlich spät zu Hause angekommen waren schliefen wir uns erst mal gehörig aus und begleiteten Riki dann zu ihrem Reittraining. Wir schauten ihr ein wenig zu und wenigstens Willi verhielt sich völlig unangebracht wie ein Fan der bei jeder übersprungen Hürde aplaudierte ;) … Den Rest der Zeit liefen und spielten wir uns mit Rikis Hund Felipe kreuz und quer durch die Parkanlagen der Stadt, die im Viertel “Palermo” liegen… ein schöner gemütlicher Abschluss unseres Buenos-Aires Aufenhalts…

P.S.: Auf unserer Rückreise von Buenos Aires nach Cochabamba hatten wir einen 8 stündigen Aufenthalt in Santa Cruz, den wir dann enfach zur Stadterkundung genutzt haben… dazu bald mehr…





Buenos Aires, Teil 2

7 10 2008

Den Sonntag wollten wir nutzen, um die beiden Stadtviertel “La Boca” und “San Telmo” kennen zu lernen, da an Sonntagen besonders in diesen beiden Stadtvierteln emsiges Treiben herrscht.

Eines der wichtigsten Wahrzeichen der Stadt ist das Viertel “La Boca”. Zum einen liegt das an der durchgeknallt bunten Bebauung… Geschichtsstunde: die am Hafen liegenden Häuser wurden von italienischen Migranten aus dem Metall alter Schiffswracke zusammengezimmert oder eben geschweißt und mit der übrigen Schiffsfarbe bemalt, die meist nicht für ein ganzes Haus gereicht hat… Außerdem soll in den hiesigen Kneipen der weltbekannte Tango entstanden sein, weßhalb hier an allen Ecken und Enden fleißig auf der Straße getanzt wird. Alles versprüht hier irgendwie einen besonderen Charme. Die Musik, die Tänzer, die Künstler und die bunten Häuschen ziehen einen irgendwie in einen Bann…

Dann gings mit dem Bus weiter nach “San Telmo”, welches vor allem für seine nicht enden wollende Anzahl von Antiquitätengeschäften bekannt ist. Außerdem gibt es an Sonntagen auf dem Quartiersplatz auch noch einen Antiquitätenmarkt… Hier kann man alles von originalen vollen Colaflaschen aus dem Jahre 1908 bis hin zu alten Möbeln ergattern…

Wir 3 wollten aber keine Antiquitäten (konnten wir uns zum Großteil auch nicht leisten) sondern eigentlich nur einen kleinen Snack und bestellten uns bei einem Straßenverkäufer 2 Empanadas (gefüllte Teigtaschen). Allerdings bekamen wir dann nicht die erwarteten, ungefähr der Größe einer ordentlichen Kartoffel ähnelnden, Empanadas, sondern eher solche in der Größe eines Kalbskopfes :) … Während wir also versuchten diese 2 Dinger zu vernichten, von denen locker 1 für alle 3 gereicht hätte, brach plötzlich ein Unwetter über uns herein. Dieses hatte aber 2 sehr nette Nebeneffekte. Zum einen trennte Unwetter und Schönwetter ein riesiger mehrschichtiger Regenbogen und zum andern flüchteten wir uns ein wirklich schönes, kleines und anscheinend ortstypisches Café. Und als wir dann ordentlich aufgewärmt waren, hatte sich der Sturm auch schon gelegt…

Am Abend gings dann auch noch in eine Bar, deren Tische nach 12 Uhr strategisch nach und nach abgebaut werden, sodass aus der Bar ein waschechter Club entsteht. Und hier tanzt wirklich jeder liebe Deutschen !!!

Montags ging es dann zum zweiten mal in die eigentliche Innenstadt. Diesmal hatten wir aber Besichtigungsziele festgelegt, die wir tatsächlich alle zu Fuß erkunden wollten. Neben dem Kongress, der erst auf den zweiten Blick zu erkennenden Kathedrale und dem leider von einem Gerüst verhüllten “Teatro Colon”, einem der berühmtesten Opernhäuser der Welt, begutachteten wir mit offenen Mündern vor allem die “Avenida 9 de Julio”. Sie gilt mit ihren 20 Fahrspuren als die breiteste Straße der Welt und ihre enormen Ausmaße werden durch den mitten auf ihr postierten 67m hohen Obelisken nur noch unterstrichen…

Zur Mittagszeit zeigte sich, dass Buenos Aires für Vegetarier doch eher ein schwieriges Pflaster ist… zumindest in der Innenstadt… Aber wer als Vegetarier in Santiago de Compostela überlebt hat, der steht alles durch :)

Als wir dann auch noch durch die “Avennida Corrientes” marschiert waren, die mit Buch- und Cd- Läden sowie Theatern (tolle Kombination, ne?) vollgestopft ist, zwangen uns unsere Füße dann doch mal endlich nach Hause zu gehen…

Also ab ins Bettchen und auf die nächsten Tage freuen…

P.S.: Das letzte Bild verdeutlicht, dass auch in Buenos AIres nicht alle Architekten eine Baugenehmigung für ihre eigenwilligen Ideen bekommen sollten…

P.S.2: Falls es euch noch nicht aufgefallen ist, haben die letzten Beiträge nutzerfreundlichere Bildergrößen ;)





Buenos Aires, Teil 1

1 10 2008

In der Nacht vom 18.09. zum 19.09. brachen wir zusammen mit Andreas Schwester in Richtung Buenos Aires auf. An Schlaf war trotz der Verspätung des Fluges (Start 2:40 Uhr) kaum zu denken, da die Airline nicht umdachte und um 4 Uhr morgens Essen servierte… danke fürs wecken…

Dennoch hatte der späte Abflug den Vorteil, dass wir nach Sonnenaufgang in Buenos Aires ankamen und ganz sorgenfrei mit dem Taxi zum “Castel Hostel” fahren konnten, wo Andreas gute Freundin Riki sozusagen das Ruder in der Hand hält. Ein kleines schönes Hostel mit verschienenfarbigen Zimmern und bewohnt von lustigen wie einem Roman entsprungenen Bewohnern. Um den Tag, trotz der Müdigkeit nicht ungenutzt verstreichen zu lassen, fuhren wir am Nachmittag zusammen mit Riki zur Tiermedizin- Fakultät, wo sie sich eine Vorlesung anhören musste und wir uns einfach gaaaaanz in Ruhe die umliegenden Grünanlagen angeschaut haben… Dabei sind natürlich, dank bald auftauchender Langeweile ein paar nette Bilder entstanden, u.a: “Willi unrasiert” und “We have been watching you”.

Am nächsten Tag machten wir uns dann zum ersten mal mit Riki und ihrem Freund Luciano (eigentlicher Hostelchef) richtig in die Stadt Buenos Aires auf. Wir sind also mit der tatsächlich 100 Jahre alten U-Bahn zunächst (man täte eine U- Bahn Lima gut) in das Zentrum gefahren und landeten direkt beim Regierungspalast. Das sogenannte “Casa Rosada” also rosa Haus wird zur Zeit passender Weise auch von einer Präsidentin bewohnt ;) . Hinter diesem Palast erstreckt sich gleich im Anschluss das modernste Viertel der Stadt. Der alte an einem Kanal liegende Hafen “Puerto Madero” ist von hypermodernen und von für uns Raumplaner besonders auffälligen neugenutzen alten Hafenanlagen gesäumt. Ein imposantes Schauspiel direkt am Wasser, dass durch alte Hafenkräne und außergewöhnliche Freiraum- / Brückengestaltung weiter verstärkt wird… Tut uns leid, wir können es einfach nicht lassen. Das mit der raumplanerischen Betrachtung ist einfach eine Krankheit :) … Als uns der Hunger langsam plagte und wir merkten, dass die Restaurants dort leider auf andere etwas besser gestellte Gesellschaftsschichten ausgerichtet waren begaben wir uns in die Avenida Florida, die Einkaufsfußgängerstraßenzone von Buenos Aires schlechthin. Dort gabs nicht nur zu essen, sondern auch jede Klamotten für Andrea, Isabel, Riki und Luciano und jede Menge billige CD´s für Willi. Wobei hierbei angemerkt werden muss (laut Andrea), dass der einzige der sich Klamotten gekauft hat Luciano war. Wir hatten dann auch noch vor auszugehen um das Nachtleben von Buenos Aires auszukosten, waren aber viel zu Müde und haben das einfach auf den nächsten Tag verschoben.

P.S.: bald kommen natürlich noch mehr Teile von dem Buenos Aires- Aufenthalt.








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