Der Weg vom Rande des Salar de Uyuni bis Oruro war beschwerlich, obwohl dieses Wort nicht annähernd als Beschreibung ausreicht. Die Strecke würde in Deutschland vielleicht gerade noch eine Chance haben als Wanderweg ausgewiesen zu werden. Und an den paar kleinen und kurzen Stellen an denen es so eine Art Straße gab, musste man nebenher fahren, weil diese so kaputt war, dass die Sandhaufen danneben ein wesentlich angenehmeres Fahren ermöglichten. Für die ca. 250 km brauchten wir dementsprechend auch 6 bis 7 Stunden.
Die Fahrt war also schon ein kleines Abenteuer für sich, aber nebenbei gab es auch noch einiges zu sehen. Zum einen gab es wild lebende Vicunjas in großen Herden, was für uns ziemlich überraschend war, da es sich hierbei um die scheuste und seltendste Lama- Abart handelt. Außerdem sind wir noch an einem riesigen Meteoritenkrater vorbeigekommen, bei dem wir uns schon fragten, wie groß den wohl dieses Geschoss gewesen sein mag, was dieses Loch verursacht hat… reicht da schon ne Handvoll für so ein Loch?…
Oruro erreichten wir dann kurz nach dem sensationellen Sonnenuntergang, den wir vom Auto aus versucht haben festzuhalten. Das Städtchen Oruro (näheres wieder hier) ist sozusagen die Ort der Kindheit Andreas. Sie ging hier in den Kindergarten und besuchte die ersten 4 Klassen der Grundschule und auch Isabel kam hier in den Kindergarten. Nachdem wir am Abend in genau der Pizzeria gegessen hatten in der die Pichts auch schon 10 Jahre zuvor jeden bissen genossen hatten, suchten wir am nächsten Tag natürlich all die Fleckchen auf, an die Andrea mit Wehmut zurück dachte. Und als wir uns gerade der Schule näherten, öffnete sie jemand und ließ uns, um Eintritt bittende, herein. Es waren der Hausmeister und seine Frau, deren Sohn, so stellten wir fest, auch noch in Andreas Klasse war… Wir besichtigten alles ausgiebig und betraten dann wieder die Straße, die voller bunt angezogener und tanzender Menschen wimmelte. Zum Karneval wird hier nähmlich vornehmlich in Form eines Straßenzuges getanzt. Und da zum eigentlichen Karneval alles klappen soll, wird natürlich eifrig geprobt… Generalprobe war natürlich während unseres Aufenthaltes
… Aber hier in Bolivien hat der Karneval natürlich auch noch wirklich etwas mit Religion zu tun. Also ist das Ende des Zuges immer die Große Kirche der “Virgen del Socavon”, in der dann die Tanzenden auf Knien zum Altar kriechen müssen, um die Heilige um die Erfüllung eines Wunsches zu bitten. Interessant an dieser Kirche ist auch, dass sie direkt auf alten Schachtanlagen errichtet worden ist, zu denen man sogar direkt von der Kirche aus Zugang hat. Hier wacht sozusagen die Heiligkeit über die Eingänge zur Unterwelt…
Am Nachmittag begaben wir uns dann auf den Rückweg nach Cochabamba… da gabs dann wenigstens Teerstraßen
… Und urplötzlich war Cochabamba wie verwandelt… alles war farbenfroh erblüht… die Fotos zu diesem Farbtopf gibts dann auch bald…










