Vom Salar bis Oruro

27 10 2008

Der Weg vom Rande des Salar de Uyuni bis Oruro war beschwerlich, obwohl dieses Wort nicht annähernd als Beschreibung ausreicht. Die Strecke würde in Deutschland vielleicht gerade noch eine Chance haben als Wanderweg ausgewiesen zu werden. Und an den paar kleinen und kurzen Stellen an denen es so eine Art Straße gab, musste man nebenher fahren, weil diese so kaputt war, dass die Sandhaufen danneben ein wesentlich angenehmeres Fahren ermöglichten. Für die ca. 250 km brauchten wir dementsprechend auch 6 bis 7 Stunden.

Die Fahrt war also schon ein kleines Abenteuer für sich, aber nebenbei gab es auch noch einiges zu sehen. Zum einen gab es wild lebende Vicunjas in großen Herden, was für uns ziemlich überraschend war, da es sich hierbei um die scheuste und seltendste Lama- Abart handelt. Außerdem sind wir noch an einem riesigen Meteoritenkrater vorbeigekommen, bei dem wir uns schon fragten, wie groß den wohl dieses Geschoss gewesen sein mag, was dieses Loch verursacht hat… reicht da schon ne Handvoll für so ein Loch?…

Oruro erreichten wir dann kurz nach dem sensationellen Sonnenuntergang, den wir vom Auto aus versucht haben festzuhalten. Das Städtchen Oruro (näheres wieder hier) ist sozusagen die Ort der Kindheit Andreas. Sie ging hier in den Kindergarten und besuchte die ersten 4 Klassen der Grundschule und auch Isabel kam hier in den Kindergarten. Nachdem wir am Abend in genau der Pizzeria gegessen hatten in der die Pichts auch schon 10 Jahre zuvor jeden bissen genossen hatten, suchten wir am nächsten Tag natürlich all die Fleckchen auf, an die Andrea mit Wehmut zurück dachte. Und als wir uns gerade der Schule näherten, öffnete sie jemand und ließ uns, um Eintritt bittende, herein. Es waren der Hausmeister und seine Frau, deren Sohn, so stellten wir fest, auch noch in Andreas Klasse war… Wir besichtigten alles ausgiebig und betraten dann wieder die Straße, die voller bunt angezogener und tanzender Menschen wimmelte. Zum Karneval wird hier nähmlich vornehmlich in Form eines Straßenzuges getanzt. Und da zum eigentlichen Karneval alles klappen soll, wird natürlich eifrig geprobt… Generalprobe war natürlich während unseres Aufenthaltes ;) … Aber hier in Bolivien hat der Karneval natürlich auch noch wirklich etwas mit Religion zu tun. Also ist das Ende des Zuges immer die Große Kirche der “Virgen del Socavon”, in der dann die Tanzenden auf Knien zum Altar kriechen müssen, um die Heilige um die Erfüllung eines Wunsches zu bitten. Interessant an dieser Kirche ist auch, dass sie direkt auf alten Schachtanlagen errichtet worden ist, zu denen man sogar direkt von der Kirche aus Zugang hat. Hier wacht sozusagen die Heiligkeit über die Eingänge zur Unterwelt…

Am Nachmittag begaben wir uns dann auf den Rückweg nach Cochabamba… da gabs dann wenigstens Teerstraßen :) … Und urplötzlich war Cochabamba wie verwandelt… alles war farbenfroh erblüht… die Fotos zu diesem Farbtopf gibts dann auch bald…





Salar de Uyuni

13 10 2008

Zurück in Cochabamba schlug Jochen vor, noch eine kleine Tour durch Bolivien zu machen. Da Jochen ja sowieso am Tag der deutschen Einheit frei hatte… haha die Vorteile eines Deutschen im Ausland… fuhren an diesem verlängertem Wochenende zusammen mit Isa richtung Uyuni los. Die Fahrt war trotz der malerischen Landschaft, aufgrund der schlechten Straßen und der Fahrtdauer von einem ganzen Tag äußerst Anstrengend. Ziel war das kleine Dörfchen Uyuni, was aber aufgrund des Tourismus derzeit voll und ganz aufblüht (Zitat Jochen: “Vor 12 Jahren gabs hier nichts…”). Was hat dieses Dörfchen mitten im Nichts denn nun zu bieten fragt ihr euch? Ganz einfach: es liegt direkt am Salar de Uyuni, der mit 12000 m² größte Salzsee der Welt. Auch er wird wie der Titicaca- See auf einer Höhe von mehr als 3000m von riesigen Bergen umschlossen. Zu weiteren Infos bitte hier entlang. Ansonsten sagen die Bilder alles.

Auf dem Weg nach Uyuni konnten wir bereits nicht der Versuchung wiederstehen und machten kurz bevor wir dort ankamen einen kleinen Abstecher auf den See. Da standen wir also mit offenen Kinnladen umhüllt weißer Weite (nein wir waren nicht tot…). Und natürlich haben wir auch getestet, ob es sich wirklich um Salz handelt… mit Tomaten :) . Dann rasten wir noch eine Runde über den See, der in Trockenzeit keine Wasser mit sich führt und standen plötzlich vor einem Salzhotel… ja ganz richtig, es war koplett aus Salzblöcken gebaut (es sah leider etwas heruntergekommen und sehr sehr kalt aus) …

Danach suchten wir uns im Dörfchen ein Hotel und das “Magic Hotel” entpuppte sich tatsächlich als magisch. Von vorn sah man nur ein Geschoss und drei Obergeschosse die im Bau waren. Wenn man aber erst mal drin war, merkte man das es vor allem in die Tiefe seine wahre Pracht entfaltete. Und da nur 2 Doppelzimmer übrig waren bekamen Andrea und Willi doch tatsächlich die Hochzeitssuite :) … ihr könnt euch das Zimmer ja vorstellen, richtig prachvoll und riesig Groß. Nur das Liht fehlte die erste Stunde, aber dann gleich im ganzen Hotel…

Am nächsten Tag machten wir dann die große Salzseetour. Wir fuhren circa 75 Kilometer mit Kompass und Vertrauen in Jochen, da hier eine Orientierung schwierig ist… überall nur weiß… mit hundert Sachen über den Salar auf die Insel Incahuasi zu. Auf dieser Insel wächst etwas… jetzt ratet doch mal was… die Antwort liegt ja quasi auf der Hand: logisch es sind 10m hohe und mehr als 1000 Jahre alte Kakteen… was für ein sonderbares Bild mitten in diesem weißen nichts… Nachdem wir die Insel zu Fuß erkundet hatten fuhren wir dann wieder über den Salar aber diesmal in Richtung des Vulkans Tunupa. Die Fahrt dahin war sehr amüsant, da Jochen uns alle die Legenden die diesen weiblichen und anscheinend sehr erotischen Vulkan umringen erzählte.

Und am Rande des Salzsees, am Fuße von Tunupa, begann eine ganz neue Fahrt in Richtung Oruro, die Stadt wo Andrea eingeschult wurde und 6 Jahre lebte… to be continued…








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